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Tatort:
Deutschland
So wurden
Jürgen Fliege
und ich
enttäuscht.
Starnberger
See
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Es war spätabends, als mich
eine verzweifelte Frau anrief. Zusammen mit ihren 26 Katzen muss sie ihr
Paradies berg am Starnberger See (bei München) verlassen. Ihr Verhältnis
zur Vermieterin Dr. Sophie H. sei vergiftet.
Dabei fing alles so viel versprechend an. Sophie H. suchte Mieter, die
auch ihre eigenen Katzen mitversorgen sollten. Als Gegenleistung bot sie
mietfrei - ohne Mietvertrag - eine
50 qm große Wohnung samt überdachter Terrasse und urigem Garten. In
Irmengard Rochelmeyer und ihrem Lebensgefährten Bernhard Klippel fand
sie die idealen Mieter. In den folgenden Jahren ging auch alles gut, bis
Frau H. das Grundstück verkaufen wollte und deswegen der
Katzenpflegerin kündigte.
Frau Rochelmeyer rief mich um Hilfe. Ich sprach mit der Vermieterin,
doch sie hatte Pläne mit dem Grundstück und blieb bei ihrer Räumungsklage.
Es mußte also schnell eine Alternative gefunden werden. Doch außer
ihrer Rente, zusammen etwa 300 DM, hatten Rochelmeyer und Klippel kein
Vermögen. Ich vermittelte ein Interview mit dem Bayerischen Rundfunk
(DM 6000 Spenden), schrieb einen Bericht in LISA mit Angabe ihrer
Kontonummer und schließlich fand Frau Rochelmeyer einen Bauernhof, der
aber für ca. DM 30.000 umgebaut werden musste.
Frau
Rochelmeyer verlor die Nerven, rief mich fast täglich an, drohte mit
Selbstmord, setzte mich unter Druck, weil alles ihrer Meinung nach zu
langsam ging. Schließlich fand ich eine Gelegenheit, sie in einer
Sendung von Jürgen Fliege unterzubringen. Das war der Durchbruch. Ich
begleitete Frau Rochelmeyer in die Sendung, betreute sie. Jürgen Fliege
schilderte die Situation und bat um Spenden für die Umbauten. Nun traf
ein wahrer Geldsegen ein. Nicht nur die benötigten DM 30.000 kamen
zusammen, sondern mehr als DM 230.000! (Die genaue Zahl kennt nur
Rochelmeyer´s Anwalt, mit dem sie aber nun zerstritten ist). |
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Und damit begann die wundersame Verwandlung von Frau Rochelmeyer.
Wochenlang hörte ich
nichts mehr von ihr. Kein Dankeschön, kein Anruf. Über ihren
Rechtsanwalt erfuhr ich, dass sie über den "Bund gegen den Missbrauch
der Tiere" ein Haus gefunden hat, in dem sie nun mit ihren Tieren
mietfrei wohnen kann.
Fakt: Weder die DM 30.000, noch die restlichen Spendengelder wären nötig
gewesen. Ich sprach mit Jürgen Fliege, der dafür sorgen wollte, dass
das Geld in die Fliege-Stiftung überwiesen wird und es anderen Tieren
in Not zugute kommen sollte. ich rief Frau Rochelmeyer an, um sie darüber
zu informieren. "Nichts wird geteilt, lassen Sie mich in Ruhe" und
legte auf. Jürgen Flieges Produktionsfirma tagte, Anwälte wurden
eingeschaltet, ein Skandal sollte vermieden werden. Schließlich einigte
man sich mit Schreiben vom 24. Oktober 2000, dass Frau Rochelmeyer mit
dem gespendeten Geld eine Stiftung gründen wolle, die ausschließlich
"Tiere in Not" zur Verfügung stehen sollte. Ich war zunächst
beruhigt, doch ein Gefühl sagte mir, an der Sache dran zu bleiben,
zumal ich genügend Adressen bedürftiger Tierschützer habe.
Monate später sollte sich mein Gefühl leider bestätigen. Frau
Rochelmeyer bestand darauf, dass das Geld auf ihr Konto überwiesen
wurde, "es ist ja schließlich meines und sie damit machen könne, was
sie wolle". Klammheimlich ging das über die Bühne, und nur durch
meine Nachfrage erfuhr ich von dieser Transaktion.
Bis zum heutigen Tage wurde keine Stiftung gegründet. Auf Nachfrage von
Tierschützern habe Frau Rochelmeyer das "Geld gut angelegt".
Für mich ein Betrug und Missbrauch gespendeter Gelder, die im Glauben
einer Notlage gegeben wurden. Die Notlage war nicht mehr gegeben. Das
Geld sollte tatsächlich dem Tierschutz zugute kommen!
Vielleicht
ist unter meinen Lesern ein Fachmann, der sich dieser Sache annehmen möchte! |