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Tatort:
Bulgarien
Nicht
weit vom
Badestrand.
Eine Erfolgs-
geschichte.
Burgas
Es war eine
Tierschützerin, die mich auf ein Tierheim in Burgas in Bulgarien
aufmerksam machte: `Unzählige, ausgehungerte Hunde sind dort
untergebracht, tote Hunde liegen herum. Es ist unvorstellbar grauenhaft.`
Es war ein Auffanglager für die von der Straße gefangenen Tiere. In
Bulgarien werden freilaufende Hunde eingefangen, wo sie in Auffanglager (
wie z. B. in Sofia) getötet werden oder elendig an Hunger oder Krankheit
sterben. In Burgas, viertgrößte Stadt Bulgariens, war es ähnlich.
Ich
flog nach Burgas, doch in das Lager ließ man mich nicht hinein. Der zuständige Vize-Bürgermeister Venelin Todorov wollte mich
auch zunächst nicht empfangen, zu fremd war ihm mein Interesse an diesem
Tierheim, ohne einen Skandalbericht zu vermuten. Dennoch, er ´riskierte´
es und verschaffte mir ungehinderten Zutritt zu den Ärmsten der Armen.
Welpen krochen sterbend auf Beton,
in vom Kot und Urin getränkten Boden, kranke, halbverhungerte und
von Ausschlägen übersäte Kreaturen kauerten apathisch in den
Ecken. Ihr Fressen: schwarz verschimmelte Weißbrotstücke.
Der Tod war
eine Erlösung. Ich stand vor einer schier unlösbaren Aufgabe. Ich war
erst am Beginn meiner Tierschutzarbeit (neben meiner journalistischen
Arbeit) und meine Spendenaktionen liefen gerade an. Doch ohne Geld, wo
sollte ich anfangen?
Mein erster Bericht in LISA über dieses Todeslager löste eine Welle von
Betroffenheit aus und verschaffte mir das Vertrauen von Herrn Todorov.
Auch die ersten Spenden gingen ein. Nun konnte es losgehen. Zu
meinem Entsetzen entdeckte ich an einem Regentag, dass es auf die Tiere
regnete. Also musste ich das Ganze von oben anpacken. DM 6000,- würde ein
komplett neues Dach kosten. |
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Zwei Tage lang zog ich vom Geldautomaten bis
zum Limit, dann mietete ich mir einen LKW, ließ alles nötige Material
aufladen, brachte es ins Tierheim, fotografierte die Ware, bezahlte die Hälfte
des Arbeitslohnes und versprach, nach drei Wochen wiederzukommen das
fertige Dach sehen zu wollen und dann den Restlohn zu bezahlen. Ich gab
Holzpaletten in Auftrag, damit die Hunde nicht mehr auf dem Betonboden
liegen mussten, kaufte eine Waschmaschine, Trockner,
Warmwasserboiler (damit die Hunde gebadet werden konnten), ließ die Wände
streichen, der OP-Raum wurde ebenso entrümpelt
wie der Vorratsraum, der mit Futter bestückt wurde. Verhandlungen mit dem
hervorragenden Amtstierarzt D. Vasil Perindibazov geführt, der in Zukunft
regelmäßig im Tierheim nachsieht und ebenso bei Notfällen vor Ort ist.
Nach
eineinhalb Jahren ist nun nichts mehr so, wie es war. Liebe Tierfreunde,
Sie werden es anhand meiner Bilder feststellen können.
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