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Tatort:
Deutschland
Zwei
Katzenbabys
aus Bulgarien in
den Fängen der
Bürokratie.
Frankfurt
am Main
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Es war ein kühler,
regnerischer Tag in Burgas, als ich mit zwei winzig kleinen Kätzchen,
keine vier Wochen alt, nach München zurückflog, mit Zwischenlandung
Frankfurt. Robby und Vanille bettete ich in kuschelige Deckchen und
hoffte, dass sie den Flug gut überstehen würden. Kurz zuvor wurden sie
auf der Straße gefunden, ihre Mama lag erschossen daneben. Alle zwei
Stunden musste ich sie rund um die Uhr mit Spezialmilch füttern. Wer
das einmal mitgemacht hat, weiß um die nächtliche Nervenanspannung über
viele Tage.
Mit dem Flug ging alles gut. Doch dann wurden Robby und Vanille unruhig
und miauten hungrig, gerade als ich den Zoll in Frankfurt passieren
wollte. Der Zöllner sah meine Winzlinge und verlangte den Impfpass - in
diesem Alter ein Irrsinn. Er verständigte sofort die Amtstierärztin,
die mich zunächst drei Stunden warten ließ, ehe ich in das Kilometer
entfernte Veterinärgebäude fahren durfte.
Kühl
und emotionslos teilte sie mir schließlich mit: "Die Katzen
bleiben hier. Sie hätten sie gar nicht mitbringen dürfen."
Fassungslos fragte ich sie: "Hätte ich sie auf der Straße
verhungern und sterben lassen sollen?" Doch das war nicht von
Interesse. Die Amtstierärztin bestand auf die Flughafen-Quarantäne.
Doch in dieser kühlen, sterilen, emotionslosen Atmosphäre, da war ich
mir ganz sicher, hätten meine Schützlinge niemals überlebt. Sie waren
zu schwach und brauchten vor allem eines: Liebe und Fürsorge.
Ich weigerte mich, die Kätzchen dort u lassen. Dann eskalierte die
Situation. Sie drohte mit Polizei. Und in dem Moment, als die
Amtstierärztin zum Hörer griff und sagte: `Kommt sofort, es ist
dringend´, floh ich mit meinen Tieren aus dem Flughafengebäude, stürzte
in mein wartendes Taxi und ließ mich zum Bahnhof fahren. Todmüde kam ich
nachts in München an |
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Doch meine Flucht hatte Folgen. zwei Tage später kontrollierten zwei(!)
Amtstierärzte vom Städtischen Veterinäramt München meine
Katzenhaltung. Sie stellten mir das beste Zeugnis aus. Trotzdem: Ich
erhielt kurze Zeit später einen Strafbefehl über DM 1500,-, weitere DM
500,- für eine Kinderklinik und drei Jahre Bewährung wegen illegaler
Einfuhr und Verstoß gegen das Seuchengesetz.
Ich war empört. Mir wäre nichts passiert, hätte ich die Tiere auf der
Straße liegengelassen und sie dem Tod preisgegeben. So wurde ich
bestraft, weil ich Lebewesen, die man in diesem Alter nicht impfen kann,
rettete. Das widerstrebte meiner Moral, und ich legte Einspruch ein.
Meine Beharrlichkeit wurde belohnt. Nach einem Gespräch mit dem zuständigen
Richter wurde das Verfahren eingestellt. Ich hatte das Glück, einen
humanen, verständnisvollen, vielleicht auch tierlieben Hüter des
Gesetzes gefunden zu haben.
Heute
leben Robby und Vanille glücklich, gesund und herrlich erwachsen bei
meinem Bruder auf seinem Gut in Holland. |